Jan Josef Liefers wurde 1964 in Dresden geboren. Er studierte von 1983 bis 1987 an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Seit 2002 gibt Jan Josef Liefers im Münsteraner "Tatort" an der Seite von Axel Prahl den zynischen Rechtsmediziner Professor Karl-Friedrich Boerne. Nun ist Jan Josef Liefers als Professor Weissinger im Film "Mara und der Feuerbringer" ab 2. April 2015 im Kino zu sehen.

 

CHEXX Wieviel wussten Sie vor den Dreharbeiten über die nordisch-germanische Mythologie?

 

Jan Josef Liefers Ich wusste ein paar Dinge aus der Schulzeit, aus Büchern und aus Opern und Theaterstücken. Aber zum Glück hatten wir ja mit Professor Simek, der zugleich das reale Vorbild für Professor Weissinger ist, einen tollen Fachberater. Der schüttelt sein enormes Wissen einfach so aus dem Ärmel. Auch unser Regisseur und Autor Tommy Krappweis ist ein wandelndes Lexikon für nordisch-germanische Mythologie.

 

CHEXX War es schwierig, die Fachbegriffe und toten Sprachen zu lernen?

 

Jan Josef Liefers Sowas gehört halt zum Beruf des Schauspielers. Im Idealfall kommen die Sätze so aus dem Mund, als hätte man sie sich gerade erst ausgedacht. In einigen Szenen spreche ich Altnordisch. Dagegen ist Latein geradezu eine Umgangssprache. Solche Sätze kann ich im Film nur fehlerfrei sprechen, wenn ich sie vorher ganz stupide auswendig lerne. Professor Simek spricht die aber einfach so. Davor ziehe ich meinen Schlapphut.

 

CHEXX Auch Professor Weissinger ist im Film eine Koryphäe auf seinem Fachgebiet. Finden Sie ihn faszinierend oder doch eher schrullig?

 

Jan Josef Liefers Wie viele andere hochspezialisierte Wissenschaftler wird auch Professor Weissinger fast zum Kind, wenn er über sein Lieblingsthema reden darf. Er geht davon aus, dass jeder Mensch wissen muss, was er weiß. Das führt speziell im Zusammenspiel mit Mara zu amüsanten Situationen. Seine Fachsprache und ihre Jugendsprache beißen sich, trotzdem können sie sich gegenseitig gut ergänzen, wenn sie sich auf diese irrwitzige Reise in die Welt der germanischen Mythologie begeben.

 

CHEXX Kannten Sie die Roman-Trilogie "Mara und der Feuerbringer" schon vor dem Filmprojekt?

 

Jan Josef Liefers Nein, leider nicht. Überhaupt spielte das Thema Fantasy bisher keine allzu große Rolle in meinem Leben. Das habe ich im Grunde erst durch meine Kinder entdeckt, die mit mir in Kinofilmen wie "Die Chroniken von Narnia" waren und die zu Hause Fantasy-Bücher verschlingen.

 

CHEXX Fantasy ist nicht unbedingt ein typisch deutsches Filmgenre. Hatten Sie anfangs Berührungsängste?

 

Jan Josef Liefers Allein schon die Begeisterung, mit der Tommy Krappweis mir dieses Projekt schmackhaft gemacht hat, musste mich auf Anhieb überzeugen. Ich spürte, dass er keine halben Sachen plant, sondern einen richtig fetten Fantasyfilm drehen will, der sich weltweit sehen lassen kann. Ich finde es immer sympathisch, wenn sich jemand zu 100 Prozent in ein Projekt einbringt. Das ist die halbe Miete für das Gelingen. Außerdem ist dieser Professor für nordisch-germanische Mythologie eine Rolle, die jeder gern spielen möchte. Da darf man selbst wieder zum Kind werden und ein kleines Feuerwerk in seinem Kopf anzünden.