Keine Region Europas ist so vielfältig wie der Südosten. Wer auf dem Balkan unterwegs ist, trifft alle paar Kilometer auf eine andere Sprache, eine andere Schrift, eine andere Religion, eine andere Währung. Wer diese Vielfalt kennenlernen will, ohne gleich selbst hinzufahren, für den gibt es die neue Ausgabe der Edition Le Monde diplomatique. Heft 15 der halbjährlich vom Berliner taz Verlag veröffentlichten Reihe ist soeben unter dem Titel "Südosteuropa. Der kleine Subkontinent" erschienen. Die Reportagen, Essays und Geschichten in der Südosteuropa-Edition zeigen die südosteuropäische Vielfalt und manches Überraschende. In Bulgarien blüht nicht nur die Öko-Landwirtschaft - von hier kamen einst die gefährlichsten Computerviren der Welt. Der rumänische Autobauer Dacia produziert einen billigen Kleinwagen, der in ganz Europa ein Renner wurde. Im zerstrittenen Ex-Jugoslawien reden die Schriftsteller wieder miteinander - und lästern gemeinsam über ihre Regierungen. Griechenland händelt mit seinen Nachbarn über Namen, Grenzverläufe usw., während die Türkei sich in guter Nachbarschaft mit den Balkanländern übt. Und Edi Rama, der neue Ministerpräsident Albaniens, hält vor den Vereinten Nationen eine bewegende Rede über sein unterschätztes Land. Über den Alltag, die Sehnsucht nach europäischer Gemeinschaft und die streitbare Politik zwischen Adria, Ägäis und Schwarzem Meer schreiben unter anderem der Slowene Boris Cizej, der bulgarische Ex-Außenminister Salomon Passy, die Wikipedia-Forscherin Emina Sendijarevic, der Eurovision-Song-Contest-Experte Jan Feddersen und der Griechenlandkenner Niels Kadritzke. Angereichert ist die Edition mit zahlreichen Illustrationen und erklärenden Schautafeln.