Die Sorgen und Ängste vieler Menschen - die Angst vor Arbeitslosigkeit und ökonomischem Abstieg etwa oder das abhandenkommende Gefühl sozialer Sicherheit - ließen sich vor gut einem Jahrzehnt in ein Wort fassen: Globalisierung. Jetzt, nach Ausbruch einer Finanzkrise, macht ein neuer Begriff Karriere. Er lautet Finanzialisierung, und er verheißt nichts Gutes. In der Edition Le Monde diplomatique Nummer 12 wird jedoch nicht nur die Krise dargestellt und wie es sich darin lebt, sondern es wird auch gezeigt, wie es dazu kommen konnte und wie sich der Finanzkapitalismus überhaupt erst entwickelt hat. Wer ist eigentlich "der Markt", lautet eine der Fragen, auf die hier eine Antwort versucht wird. Es werden einige der Macher vorgestellt, die in Politik und Hochfinanz gleichermaßen zu Hause sind und die oft genug aus dubiosen Schattenfinanzplätzen heraus agieren. Und natürlich gibt es auch einen Ausblick darauf, welche Wege aus der verfahrenen Lage wieder hinausführen könnten. So hält der Philosoph und Kapitalismuskritiker Slavoj Žižek am Ende des Heftes einen Trost bereit: "Dass Krisen zwar schmerzhaft und gefährlich, aber auch unvermeidlich sind und dass sie das Feld sind, auf dem Schlachten gewagt und gewonnen werden müssen". "Die Krisenmacher. Bürger, Banken und Banditen" ist ab sofort erhältlich.