Albert Speers Planungen für Berlin im Nationalsozialismus waren keine Utopie, sondern ein konkretes Bauvorhaben. Straßenachsen und Monumental-Gebäude von enormen Dimensionen sollten der Machtdemonstration des NS-Systems dienen. Das, was heute zwischen Hauptbahnhof und Kanzleramt liegt, wollten die Nazis mit einer gigantischen Kuppelhalle überbauen. Es kam nicht dazu. Doch noch heute heute geben die Straßenbeleuchtung auf der Straße des 17. Juni oder die vom Reichstag zum Großen Stern versetzte Siegessäule Zeugnis dieser Planungen ab. Hitlers städtebauliche Visionen waren Ausgangspunkt eines Neubauprogramms, das keine Rücksicht auf Bestand, Tradition und menschliche Werte nahm. Vertreibung, Deportation und Sklavenarbeit waren die verbrecherischen Konsequenzen. Beiträge von Fachautoren, Interviews mit führenden Wissenschaftlern und informative Kurzrubriken ermöglichen eine vielschichtige Auseinandersetzung mit Hitlers zentralem Städtebauprojekt. Sehr schön im Design aufbereitet, jedoch mit zu kleiner Schrift. Dennoch ist dies eine hervorragende Fachpublikation zum Thema Architektur und Städtebau in der NS-Zeit am Beispiel Berlins. "Mythos Germania - Vision und Verbrechen" vom Verlag Edition Berliner Unterwelten im Ch. Links Verlag ist nun in der zweiten Auflage erschienen.