Die Nordseeinsel Norderney ist eine der sieben Ostfriesischen Inseln zwischen der Ems und dem Jadebusen. Sie hat eine Fläche von 26,29 km², was genau 3682 Fußballfeldern entspricht und dehnt sich auf einer Länge von 14 km aus. Die Überfahrt, welche Urlaubsfeeling aufkommen lässt, dauert je nach Gezeiten- und Wetterlage zwischen 45 und 60 Minuten. Norderney ist das älteste Seebad der Nordsee und war auf dem Weg ein Ballermann-Image zu bekommen, denn vielfach waren Kegelklubs und Feierwütige Stammgäste. Klassische Kurgäste kamen immer weniger, also musste der Wandel vollzogen werden. Die Insulaner sind neue Wege gegangen und haben den Sprung geschafft. Man hat es verstanden, mit Innovation, edlen Restaurants, lässigen Bars und einem hohen Anspruch an Qualität, aber auch Nachhaltigkeit ein neues Publikum auf die Insel zu locken. Jetzt verspricht Norderney in Teilen Ruhe, aber auch Trubel mit sehr viel Niveau. Gastronomische Entdeckungen gibt es ausreichend. Von preiswerter, aber guter Qualität bis hin zur Sterne-Küche. Um genussvoll den Sonnenuntergang zu genießen, ist die Milchbar im Nord-Westen der Insel ein sehr beliebtes Ziel. Der Untergang ist ein fantastisches Schauspiel und lockt zahlreiche Touristen an, um den Tag ausklingen zu lassen. Hier gibt es bei Selbstbedienung vom Frühstück über leckere, vor den Augen zubereitete Speisen bis hin zum Sundowner-Cocktail einfach alles, was man sich von früh bis in den Abend hinein wünscht. Unweit der Milchbar entfernt liegt das Inselloft. Nach der Restaurierung ist das Haus ein Ort mit Hotel, traditioneller Bäckerei, Wein und Deliladen, aber auch Beauty-Bereich und Gastronomie geworden.

 

 

Im "Esszimmer" hat man das Gefühl, zu Gast bei Freunden zu sein. In der offenen Küche steht Felix Wessler und sein Team. Kreative Kombinationen und meist naturbelassene Kreationen werden auf großen Holztischen schnörkellos serviert. Von Mittwoch bis Sonntag besteht die Wahl, aus einer Wochenkarte von vier Entrées und drei Hauptgerichten, sich die Speisen selbst zusammen zu stellen. Gekocht wird, was die Saison anbietet und frisch auf dem Markt zu erhalten ist. Felix Fissler und sein Team sind sehr freundliche Gastgeber und lassen sich von ihren Gästen kreativ inspirieren. Es macht einfach nur Freude, sich im Esszimmer aufzuhalten und als willkommen gewesener Freund den Gastraum zu verlassen. Wenige Meter vom Inselloft entfernt, befindet sich auf einer Düne das Café Marienhöhe. Seit 1868 wird hier das Café betrieben. Der Name ist einer Hoheit geschuldet, denn Königin Marie von Hannover hielt sich gern an diesem Platz auf. 2016 wurde nach intensiven Umbauarbeiten das traditionsreiche Haus in modernisierter Pracht wieder eröffnet. Das wechselnde Kuchenangebot lockt genauso wie die kulinarische Dessert-Vielfalt, umrahmt von feinen Kaffeespezialitäten. Wer möchte, kann sich von der feinen Küche verwöhnen lassen und dabei den Blick auf die Nordsee genießen. Ein heimisches Gefühl geht durch den Körper und man fragt sich, warum man die Zeit nicht anhalten kann. Die Antwort gibt ein Blick nach draußen, denn Ebbe und Flut lassen sich auch nicht aufhalten. In der morgendlichen Realität wieder angekommen, wird es Zeit für ein Frühstück. Wer nicht in der Unterkunft frühstücken möchte, findet ausreichend andere Möglichkeiten. So führt der Weg zum Fahrradverleih an der Adolfsreihe gelegen. Vom Hollandrad bis hin zum E-Bike sind die gut gepflegten Räder sichere Begleiter auf einer Entdeckungstour. Angesteuert wurde das Surfcafé am Nordstrand. Wie der Name schon sagt, können hier unter anderem die Leistungen der Surfer beobachtet werden. Das Frühstücksangebot ist reichhaltig mit ostfriesischem Bauernkäse, Nordseesalami, Norderneyer Seeluftschinken, Eierspeisen und vielem mehr. Vom Surfcafé aus wird der Sonnenuntergang zum unvergesslichen Erlebnis. Besonders bei der allabendlich gespielten Musik "Knockin`on Heaven`s Door", einer Til Schweiger Filmmusik-Version aus dem Jahr 1997.

 

 

Die Radwege führen durch ein unberührtes Naturschutzgebiet, bis hin zur "Weissen Düne". Dort findet man nicht nur eine Düne, sondern eine sehr spezielle und angenehme Strandhütte vor. Der Vergleich zur Sansibar auf Sylt kommt einem gleich in den Sinn. Das Restaurant ist sehr stark frequentiert und man kann es Glück nennen, zu den Hauptzeiten einen Platz zu bekommen. Hier findet man auf der Karte kreativ hergestellte Speisen aus dem Meer, aber auch Gerichte aus den Wäldern, Wiesen und vom Deich. Die Empfehlungen aus der Backstube sind verführerisch und lecker. Alkoholfreie Cocktails werden aus selbst hergestellten Säften gemixt und sehen nicht nur ansprechend aus, sondern schmecken nach "me(e)hr". Was unbedingt probiert werden muss, ist das Frieseneis in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen und mit sehr starkem Suchtfaktor. Produziert wird es nicht weit von der Insel entfernt auf dem Festland, in einer kleineren Greetsieler Eismanufaktur.

 

 

Das Neys Place ist ein Restaurant in Nähe zum Fähr- und Yachthafen. Der Ausblick lässt auch hier nichts zu wünschen übrig, obwohl man nicht auf das offene Meer schaut, sondern auf die Häfen. Zur Begrüßung sollte unbedingt ein Cocktail probiert werden, denn diese haben nicht nur eine gute Optik, sondern schmecken auch sehr gut. Die schon fast umfangreiche Speisenkarte lässt einem die Wahl schwer fallen. Wenn am nächsten Tag das Badehaus besucht wird und man danach einen ausgedehnten Strandspaziergang hinter sich bringt, dann stellt sich wieder der Appetit nach den kulinarischen Köstlichkeiten der Insel ein. Die Neugierde führt in das Restaurant Schimanski, welches von zwei jüngeren und engagierten Gastronomen betrieben wird. Der Name entstand, weil beide aus dem Ruhrpott kommen, und meinten, dass nicht nur nachgefragt wird, sondern der Name markant aber auch einprägsam sei. Dieser Betrieb wurde im Mai 2016 eröffnet und ist aus der kulinarischen Szene nicht mehr wegzudenken. Der kreative Koch aus Halle an der Saale kann seine Ideen verwirklichen und das wirkt sich nicht nur nachhaltig auf den Geschmack aus. Gekocht wird bodenständig, aber mit fast ausschließlich frischen und regionalen Produkten.

 

 

Wer nach einer oder während einer Gourmet-Tour sich sportlich betätigen möchte, findet im Haus der Insel eine Kegel- und Bowlingbahn. Für das Restaurant Fischwerk sind Radka und Tino Behrend verantwortlich. Beide sind leidenschaftliche Fischfans und sehen sich als Fischbotschafter. Sie betreiben nicht nur ein Bistro mit Fischtheke in der Jahn-Berghaus-Straße, sondern auch das Restaurant Fischwerk. Sehr viel Wert wird darauf gelegt, dass eine erstaunlich große Anzahl an veganen Gerichten auf der Karte zu finden ist. Dieser Trend ist auf der Insel öfters zu sehen und zeugt davon, dass man sich Gedanken um die Wünsche der Gäste macht. So fällt auf, dass nicht nur die Vertreter des Staatsbades neue Wege gehen, sondern auch die jungen, dynamischen Köche und Gastronomen. Sie sind motiviert und wollen ihre Kreativität ausleben, aber auch der neueren Gästestruktur mehr bieten. So überzeugt die hohe Qualität und Kreativität und es ist nicht zu übertrieben, dass die Insel Norderney das modernere Sylt in Ostfriesland oder sogar der Nordsee ist.