Magazin CHEXX am Sonntag, den 16. Juni 2019
Cucina Italiana trifft Hauptstadtflair
Mit ihrem Hinterhofcharme und ihrer einzigartigen Atmosphäre steht das über 100 Jahre alte Weddinger Fabrikgebäude in der Gerichtsstraße 23 sinnbildlich für die Lebendigkeit und den Wandel der Hauptstadt. Nur wenige Meter von den glattsanierten Altbauten und den zeitgenössischen, funktionalen Apartments in diesem Teil von Berlin-Mitte entfernt, herrscht auf dem Areal, das Handwerker und Kreativschaffende in seinen Bann zieht, noch das einzigartige Industrieflair, das bis heute so viele nach Berlin zieht. Passend zur Rückbesinnung auf die funktionelle Architektur wurde nun auch der alte Name "Werkstätten des Nordens" wiederbelebt.

Auch Philipp Gertner entdeckte das versteckte Architekturjuwel aus den 1910er-Jahren eher zufällig bei einem Berlin-Besuch und erfüllte sich mit der Anmietung des leerstehenden Lagers einen alten Jugendtraum. Gemeinsam mit seiner Partnerin und Hotelmanagerin Bettina Diemer setzte er in dem ramponierten Raum ohne Strom, Wasser und Heizung ein einzigartiges Event-Location-Konzept um: Wo verwaiste Kinosessel, Leuchtreklametafeln, Werkstattutensilien und Kriegsschäden dominierten, entstand eine beeindruckend nachhaltige Raumgestaltung, die mit ihrem Design sowohl national als auch international für Aufsehen gesorgt hat. "Wir versuchten, so viel wie möglich von der Substanz zu erhalten. Hier ist nichts verputzt oder retuschiert. Vielmehr treten die originellen Ecken und Kanten des Lofts in den Vordergrund", erklärt der studierte Betriebswirt. Mauerwerk wurde gestrichen, Originalböden lackiert oder versiegelt und auch bei der Inneneinrichtung stand Nachhaltigkeit im Mittelpunkt der Überlegungen. "Flohmarktfunde, zurückgelassenes Mobiliar und Industrierelikte haben bei uns genauso Platz gefunden wie maßgefertigte Einzelstücke - wichtig ist, dass der Mix Spannung schafft", fasst Gertner den Stil zusammen.

Kurzum: Der ideale Ort für Workshops, Kochevents, Film- und Fotoproduktionen oder auch private Events. Gemeinsam mit Bettina Diemer, die bereits über Eventmanagementerfahrung verfügte, entstand so ein neues Nutzungskonzept für das leerstehende Loft, das nun als Eventlocation in den Fokus namhafter Design-Magazine, Filmschaffender, Stars und Konzerne geriet, die sich hier einmieteten, um sich für ihre Veranstaltungen das vielgerühmte Berliner Hauptstadtflair zu eigen zu machen. Mittlerweile sind fünf weitere Lofts der ehemaligen Fabrik hinzugekommen und stehen unter der Marke "Fabrik 23" für vielfältige Anlässe zur Verfügung. Jedes Loft erzählt dabei eine ganz eigene Geschichte und ist anders eingerichtet, vom rau-industriellen Werkloft bis zum nostalgischen Mr. Hemingway.

Seit kurzem können sich die Kunden der Fabrik 23 auch auf kulinarische Kompositionen freuen. So werden die Veranstaltungen mit italienischer Kulinarik von "Mangiare and Co.", dem neuen Fine Dining Eventfood-Label der Fabrik 23, verwöhnt. Das Team um Chefkoch Guido Vinci hat dabei ganz im Geiste der Fabrik 23 den Mix aus Kreativität und traditioneller Herstellung zur Leitidee erkoren. Das Aufeinandertreffen von italienischem Lebensgefühl und lässigem Berlin Style steht für Vinci dabei überhaupt nicht im Gegensatz: "Berlin ist eine Stadt, die ihre Leidenschaften zelebriert. Kulinarisch ist das unheimlich spannend und bietet den idealen Freiraum, um sich und seine Traditionen neu zu interpretieren."