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. veröffentlicht unter Carillon-Skandal
Monika Grütters, Foto von ESDES.Pictures
Über die skandalösen Vorgänge rund um den Glockenturm Carillon, der von den Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH (KBB) unter Nichteinhaltung der Nutzungsvorgaben betrieben und von Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit jährlich 25.000,00 Euro an Steuergeldern "gefördert" wird, berichtete CHEXX mehrfach. CHEXX liegt inzwischen der rückdatierte Honorarvertrag zwischen Betreiber KBB, vertreten durch die Kaufmännische Geschäftsführerin, und "Carilloneur" vom 9.3.2017 für den Zeitraum vom 1.1.2017 - 31.12.2019 vor. Darin steht unter §1 (2) sowie §2 (3), dass es eine "Auflistung der erfolgten Konzerte und Tätigkeiten" bei der "Rechnungstellung am Ende eines jeden Quartals" geben muss. Mit der Bitte um Einsicht in diese Listen fragte CHEXX bei der KBB nach. Und auch danach, wieviel Euro in 2018 für den Betrieb des Carillon bereitgestellt werden.

Reportage in CHEXX 2018

Am 22.1.2018 schreibt die KBB: "In 2018 wurden durch die KBB 25 T€ zur Verfügung gestellt. Diese Summe bewirtschaftet der Carilloneur." Und weiter: "Die Abrechnung der GEMA Gebühren wird nicht durch die KBB sondern den selbständigen Carilloneur veranlasst. Diese Listen liegen der KBB nicht vor."

Reportage in CHEXX 2018

Auf nochmalige Nachfrage, dass der KBB eine "Auflistung der erfolgten Konzerte und Tätigkeiten" laut Honorarvertrag vorliegen müsse, antwortet die KBB am 26.1.2018: "Eine Auflistung der Lieder liegt der KBB nicht vor."

"Eine Auflistung der Lieder liegt der KBB nicht vor"

Antworten, die noch mehr Fragen nach sich ziehen. Für die Kulturstaatsministerin sind dies jedoch nur Fragen "zum gewöhnlichen Betrieb der Gesellschaft, für welchen die Geschäftsführung der KBB zuständig ist." Monika Grütters, die neben ihren zig Mitgliedschaften in Kuratorien, Stiftungs- und Verwaltungsräten außerdem Vorsitzende im Aufsichtsrat der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin ist, obliegt damit auch die Überwachung der Geschäftsführung der KBB. Eine Aufgabe, die die Politikerin offenbar nicht sonderlich ernst nimmt.

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