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. veröffentlicht unter Eine Menge Berlin
Modeträume
Die Generation 50plus ist eine immer größer werdende Altersgruppe in Deutschland. Während die einen die Jahre, Monate und Tage bis zur ersten Rente auf dem Konto zählen, orientieren sich andere neu, wagen gar einen Anfang oder kehren Deutschland den Rücken. Monika Guhl hatte fünf Jahre eine viel besuchte Modeboutique am Winterfeldtplatz. Der Mietvertrag lief aus. Aufgeben? Genau das wollte Monika Guhl nicht. Die gelernte Diplom-Verwaltungswirtin hatte sich mit ihrer Boutique einen Traum erfüllt und step by step zwischen Buchhaltung, Markenfindung und Saisongeschäft all die Kenntnisse erworben, die eine Modefachfrau braucht. Aber vor allem liebt sie ihre Kunden. Statt zu jammern, machte sich die kleine Frau mit dem großen Elan auf die Suche nach einer Alternative. Nach intensiver Suche fand sie in der Knesebeckstraße 17, einen Katzensprung entfernt vom Savignyplatz, eine leere Einzelhandelsfläche, die ihr zusagte. Allerdings war die mit mehr als doppelt so vielen Quadratmetern als die Boutique am Winterfeldtplatz viel zu groß für ihre Bedürfnisse. Es folgte ein Brainstorming mit der langjährigen Freundin Marlene Bonk. Was wäre, wenn sie gemeinsam …, schließlich passt ein medizinisches Schönheitsprogramm gut zum Thema Mode. Gedacht, diskutiert, geplant und angepackt. Vor ein paar Monaten eröffnete Monika Guhl die Boutique "Modeträume". Während Monika Guhl handverlesene Modelabels anbietet, offeriert Beauty-Expertin Marlene Bonk ihre Leistungen rund um die Schönheit. "Die Kundinnen schätzen dieses besondere Angebot, und wir starten hier nah der City-West mit dieser ungewöhnlichen geschäftlichen Idee voll durch", erklärt "Modeträume"-Chefin Monika Guhl, die unter ihren Stammkundinnen auch prominente Frauen weiß: Künstlerinnen, Moderatorinnen, Managerinnen. Sie alle schätzen ihr Händchen für tragbare Mode mit dem gewissen Extra und die fachkundig-ehrliche Beratung. "Modelmaße sind nun mal die Ausnahme", weiß Monika Guhl und kennt auch all die Geheimnisse, wie die richtige Kleidung Problemzonen verschwinden lassen oder zumindest kaschieren kann. Wie sie die Labels auswählt? "Jede Frau ist nun mal so individuell, dass sich Mainstream von selbst verbietet", erklärt sie. "Ich achte sehr genau darauf, dass es meine Mode nicht bei einem sehr großen Online-Anbieter gibt und dass sie da, wo sie kreiert, auch gefertigt wird." Monika Guhl berichtet lächelnd von einem modischen Phänomen: Als sie ihr Fachgeschäft plante, dachte sie an selbstbewusste Frauen der Generation 40plus. Inzwischen kommen auch weitaus jüngere Frauen zu ihr, weil sie hier eben nicht die typischen Mode-Eintagsfliegen finden. Die kleinen, feinen Berliner Labels wie Das Rote Kleid, Costura und mutabilis berlin gehören genauso zum Angebot wie Zilch und King Louie aus Holland. Das Mode-Mutterland Italien repräsentieren Dixie, Please und Imperial. Viele Kundinnen kommen extra zu "Modeträume", weil es hier Kleider der Marke Stop Staring aus Los Angeles gibt, mit denen frau auch auf dem Roten Teppich eine gute Figur macht.

Modeträume

Schon arbeiten Monika Guhl und Marlene Bonk daran, ihr gemeinsames Geschäft bekannter zu machen. Gerade bekommt das Sortiment Zuwachs: Porzellan aus einer kleinen Manufaktur in Wien. "Nicht viel, nur ein paar handverlesene Stücke. Frauen suchen immer mal kleine, besondere Geschenke", weiß die Modefachfrau. Die Fäden zu den lokalen Netzwerken haben die beiden Unternehmerinnen längst geknüpft. Für die Kundinnen stehen Modenschauen, später Lesungen und andere Veranstaltungen auf dem Programm. "Und ganz nebenbei: Das macht auch enorm viel Spaß, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen", resümiert Monika Guhl.

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Marc Vorwerk
Marc Vorwerk ist einer der Hauptstadtfotografen in Berlin und stets ganz nah am Geschehen.
An dieser Stelle gibt es ab sofort im regelmäßigen Wechsel sein bestes Foto der Woche - exklusiv bei CHEXX.