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. veröffentlicht unter Eins, zwei, drei - kurz gefragt
Thomas Seerig
Der FDP-Politiker Thomas Seerig gehört dem Berliner Abgeordnetenhaus seit 2016 wieder an. Bereits von 1990 bis 1995 war der studierte Diplom-Kaufmann aus Steglitz-Zehlendorf, der bei einer gemeinnützigen Einrichtung beruflich tätig ist, Mitglied des Parlamentes im Preußischen Landtag. In der FDP-Fraktion ist Thomas Seerig Sprecher für Mitbürger mit Handicap. Der Abgeordnete ist auch Mitglied des Präsidiums im Abgeordnetenhaus. Wie jeder andere seiner 159 Kollegen im Abgeordnetenhaus hat Thomas Seerig Anspruch auf ein Bürgerbüro. Offiziell spricht die Berliner Verwaltung seit 2014 von "externen Büros". Wir sprachen mit ihm über die Bürgerbüros.

Auf die Frage: "Welche Aufgabe hat eigentlich ein Bürgerbüro?" teilte der Parlamentarier aus Steglitz-Zehlendorf mit: "Zuerst möchte ich bitte mitteilen, was ein Bürgerbüro auf gar keinen Fall ist: Es ist kein Parteibüro. Hier können Bürgerinnen und Bürger sich einem Volksvertreter anvertrauen, Ratschläge einholen oder einfach einmal sich das von der Seele reden, was sie meinen, mitteilen zu müssen. Bürgerbüro heißt für einen Abgeordneten auch, dass man zuhört." Thomas Seerig ist von den Bürgerbüros sehr begeistert. "Als ich das erste Mal die Ehre hatte, Volksvertreter sein zu dürfen, also 1990, fanden die Sprechstunden grundsätzlich im Abgeordnetenhaus statt. Dort war es immer schon sehr beengt. Eines kam auch hinzu: Die Schwelle des Besuchs war sehr hoch angelegt! Zum einen mussten sich die Bürger aufmachen zum Landtag. Wer also in Kladow oder Hohenschönhausen wohnt, musste schon für die An- und Abreise zwei oder mehr Stunden einplanen. Ein Amtsgebäude zu betreten, ist sicherlich auch nicht jedermanns Sache. Die Bürgerbüros befinden sich im Kiez. Also kann man in unmittelbarer Nähe seiner Wohnung das Bürgerbüro besuchen." Auf mehrere Punkte weist der Politiker auch noch hin. So muss der Berliner nicht zu seinem Wahlkreisabgeordneten gehen, der für ihn zuständig ist. Man kann also beispielsweise in Karow wohnen und sucht das Büro eines Volksvertreters aus Lankwitz auf. Thomas Seerig berichtet: "Als Sprecher für Mitbürger mit Handicap ist es durchaus üblich, dass mich Mitbürger mit Handicap zum Beispiel aus Marzahn aufsuchen. Das ist zwar selten der Fall, aber durchaus schon vorgekommen. Ebenso ist es auch denkbar, dass ich den Bürger nach Terminabsprache zu Hause aufsuche. Ein blinder Mitbürger, der in Frohnau wohnt und mich sprechen möchte, ist dankbar für dieses Vorgehen. Bürger mit Handicap in ganz Berlin kontaktieren mich bestimmt deshalb so oft, da ich persönlich weiß, was Behinderung bedeutet. Ich besitze ja selbst ein Handicap, nämlich eine Gehbehinderung. Selbstverständlich können auch Mitbürger in das Bürgerbüro kommen, die in Berlin leben, aber gar nicht hier wählen dürfen. So kann der türkische Dönerbuden-Besitzer genauso problemlos das Bürgerbüro aufsuchen wie der Italiener, der einen Pizza-Lieferservice betreibt. Ebenso können auch mal Nicht-Berliner ins Bürgerbüro kommen. Möchte beispielsweise ein Unternehmer aus Hamburg in Berlin eine Firmenfiliale errichten und die Anträge auf Wirtschaftsförderung des Landes Berlin bleiben monatelang unbearbeitet, kann man dies dem Abgeordneten mitteilen." Thomas Seerig weiß auch zu berichten, dass Mitbürger in die "externen Büros" kommen, um sich zu einem Aufenthaltstitel in Deutschland beraten zu lassen oder um Hilfe zu bitten. "Dann muss ich aber darum bitten, dass der betreffende Bürger einen Dolmetscher mitbringt, wenn er selbst kein Deutsch spricht. Ich traue mir noch zu, auf Englisch eine Unterredung führen zu können, meine Sprachkenntnisse zum Beispiel in der albanischen Sprache oder in Vietnamesisch tendieren gegen Null." Was auch nicht geht, ist Rechtsberatung sich im Bürgerbüro einzuholen. "Das Bürgerbüro ersetzt keineswegs eine Anwaltskanzlei oder eine Steuerberaterpraxis." Eines ist dem Parlamentarier noch ganz wichtig: "Meine Kolleginnen und Kollegen sowie ich haben alle ein Zeugnisverweigerungsrecht. Teilt uns beispielsweise ein Bürger mit, dass in einem Park Drogen an Jugendliche verkauft werden und der Bürger möchte nicht, dass sein Name genannt wird, können wir Abgeordneten die Polizei informieren und müssen keineswegs Ross und Reiter nennen."

Thomas Seerig ist in der Machnower Straße 5 in 14165 Berlin-Zehlendorf zu finden und unter 030.64465322 sowie Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar.

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