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Esther Schweins
Esther Schweins wurde 1970 in Oberhausen geboren und studierte in Karlsruhe und Bochum Schauspiel. Bundesweit bekannt wurde sie durch die erfolgreiche Comedy-Show "RTL Samstag Nacht", zu deren Stammbesetzung sie von 1993 bis 1998 gehörte. Parallel übernahm sie Rollen in Kino- und Fernsehproduktionen, darunter häufig im "Tatort". Nun ist Esther Schweins als Christa Lorbeer im Film "Mara und der Feuerbringer" ab 2. April 2015 im Kino zu sehen.

 

CHEXX Christa Lorbeer ist eine interessante Frau, aber nicht gerade die perfekte Mutter. Oder?

 

Esther Schweins Richtig. Sie ist sehr spirituell und Mitglied bei den Wiccas von der Au, einem Zusammenschluss selbsternannter weiser und starker Frauen, die zu wissen meinen, worauf es in der Welt ankommt. Christa war früher bestimmt mal ein ganz bürgerliches und wohlerzogenes Mädchen. Aber mit dem festen Wunsch, sich von anderen zu unterscheiden, hat sie sich die Esoterik ins Boot geholt. Sie stellt nun viele Sinnfragen und sucht fieberhaft nach den Antworten. Ich habe das Gefühl, bei Christa artet Esoterik in Esoterror aus. Für mich ist sie ein spiritueller Taliban. (lacht)

 

CHEXX Was bedeutet das für Christas Beziehung zu ihrer Tochter Mara?

 

Esther Schweins Mara braucht mütterliche Wärme und Zuwendung. Aber die bekommt sie bei Christa nicht, weil diese Hippiemutter in ihrer ganz eigenen Welt lebt. Sie ist so sehr mit Baumsprechseminaren und Selbstfindung beschäftigt, dass sie kein Verständnis für Maras Sorgen und Nöte hat. Sie liebt ihre Tochter, aber sie findet nicht den richtigen Draht zu ihr.

 

CHEXX Wie gut kennen Sie sich mit der nordisch-germanischen Mythologie aus?

 

Esther Schweins Ein bisschen, weil ich an der Schauspielschule damit in Berührung gekommen bin. Es ist eine reiche Welt der Sagen und Mythen, die uns leider oft vorenthalten wird. Wenn man etwas weiter zurückgeht, waren es zunächst die Christen, die den heidnischen Menschen diesen Schatz geraubt haben. Er wurde durch die Nationalsozialisten neu "gehoben", was aber leider dazu führte, dass wir uns bis heute davon distanzieren. Ich finde toll, dass Tommy Krappweis diese Mythologie für das Family Entertainment aufgreift und es dadurch für junge Leute wieder fassbar macht. Die Zuschauer werden gut unterhalten und lernen gleichzeitig etwas über die Wurzeln ihrer eigenen Kultur.

 

CHEXX Sie kennen Tommy Krappweis noch aus Ihren gemeinsamen "RTL Samstag Nacht"-Zeiten. Wie war die erneute Zusammenarbeit nach fast 15 Jahren?

 

Esther Schweins Total entspannt. Ich fühlte mich wirklich um Jahre zurückversetzt, denn Tommy hat sich in seiner Art überhaupt nicht verändert. Es war so, als hätten wir nach der letzten Folge von "RTL Samstag Nacht" beschlossen, gemeinsam einen Kinofilm zu drehen, und uns nur eine Woche später wiedergesehen.

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