Magazin CHEXX am Montag, den 19. August 2019
"Die Anfängerin": Auszeichnung bei internationalem Filmfest für beste Regie
Pünktlich zum Start ins neue Jahr setzen sich viele von uns neue Ziele! Dass es nie zu spät ist für einen Neuanfang, beweist uns auch Regisseurin Alexandra Sell, die in ihrem nun auf DVD erhältlichen Spielfilmdebüt "Die Anfängerin" die Geschichte einer Frau erzählt, die nach der Trennung von ihrem Mann mit fast 60 Jahren wieder zu den Schlittschuhen greift, um sich so ihren Kindheitstraum zu erfüllen. Am 18. November 2018 wurde die späte Coming-of-Age-Geschichte einer Ärztin bei dem Fort Lauderdale International Filmfestival in der Kategorie "Beste Regie" ausgezeichnet. Das 1986 gegründete Filmfestival in Florida gehört mit rund 190 amerikanischen und internationalen Filmen aus 41 Ländern und namhaften Laudatoren der Kinobranche zu den einflussreichsten Independent Film-Events der USA.

"Die Anfängerin zeigt die Welt der Eishalle als Brennglas von Gegensätzen: Alter gegen Jugend, erfüllte gegen vergebliche Träume, Schönheit gegen Härte. Der Film entführt die Zuschauer in ein Milieu, das bisher nur im süßen Genre des Sport- und Tanzfilms verklärt wurde," erklärt die von der Jury des 33. FLIFF-Filmfestivals prämierte Regisseurin Sell. Den entscheidenden Blick hinter die Kulissen des Eiskunstlaufsports ermöglichte dabei vor allem die dreifache Europameisterin, Weltmeisterin von 1974 und Bronze-Olympia-Siegerin von 1976, Christine Errath (heute Stüber-Errath), die mit ihrem 2010 erschienenen Buch "Die Pirouttenkönigin" die Aufmerksamkeit der Filmemacherin auf sich gezogen hatte. Aus der reinen Recherche entwickelte sich zwischen den beiden Frauen schnell eine tiefgreifende und langjährige Zusammenarbeit, die auch dem Publikum nicht verborgen bleibt. So greift die ehemalige DDR-Profisportlerin genauso wie die Heldin des Films schließlich wieder zu den Schlittschuhen und begibt sich nach 20 Jahren Eislaufpause für ihre erste Filmrolle wieder aufs Eis. Mit der Rolle, in der sie sich selbst als Hobbyläuferin spielen darf, verbindet Stüber-Errath aber nicht nur die harte Trainings- und Vorbereitungszeit, die mit dem Film-Dreh einherging: "Es ist eine Ehre für mich, dass meine Eislaufkarriere, die fast 40 Jahre zurückliegt, in einem Kinofilm gewürdigt wird. Und der Film brachte mich auch dem Sport wieder näher: Nach 20 Jahren Eislaufpause spürte ich, wie die Begeisterung für das Eislaufen wieder zurückkehrte und ich mir auch wieder komplexe Schrittkombinationen zutraute. Diese Herausforderung hat mich gereizt und soll auch anderen Menschen Mut machen, ihre Träume zu verwirklichen - egal wie alt sie sind."

Das mit einem feinsinnigen Humor und einem authentischen Blick auf die Welt des Eissports bestechende Debüt Sells ist dabei nicht nur ein gelungenes Zusammenspiel aus Berliner Eiskunstläufern und bekannten Schauspielpersönlichkeiten wie der Hauptdarstellerin Ulrike Krumbiegel, Stephan Grossmann oder der DEFA-Filmlegende Annekathrin Bürger, sondern auch ein Projekt, das stark von seinen Fans getragen wurde. So sorgten nicht nur die deutschen Eislauf- und Filmbegeisterten, die Stüber-Errath in 62 Sonderführungen in ganz Deutschland live erleben durften, für den Erfolg des Projekts, auch die amerikanischen Zuschauer beim "River Run Film Festival" in North Carolina oder dem FLIFF Festival in Florida feierten den deutschen Eislauf-Film, der vollkommen ohne die üblichen Doubles auskam.