Magazin CHEXX am Samstag, den 21. September 2019
Filmfestival "Achtung Berlin" verlieh Preise
Das Filmfestival "achtung berlin - new berlin film award" präsentierte vom 10. bis zum 17. April 2019 über 80 Filme in elf Spielstätten. Mit dabei waren die Berliner Kinos International, Babylon, Filmtheater am Friedrichshain, Lichtblick-Kino, Tilsiter Lichtspiele und City Kino Wedding sowie erstmalig das ACUDkino und das fsk Kino am Oranienplatz. Unter dem Motto "achtung berlin goes Beeskow" wurde das Festival erneut im Kino Schukurama im brandenburgischen Beeskow präsentiert. Unterstützt hatte es hier sogar die Stadt Beeskow. In diesem Jahr fand das Filmfestival "achtung berlin - new berlin film award" zum 15. Mal statt. Zudem widmete sich die Retrospektive dieses Jahr dem 30. Jubiläum des Mauerfalls und in diesem Zusammenhang wurden verschiedene Filmpaare (aus Ost- und Westberlin) aufgeführt, die von dem besonderen "Lebensgefühl" der geteilten und wiedervereinigten Stadt erzählten. Wie bei Filmfestivals üblich, wurden auch Preise verleihen. So hieß es am 17. April bei der Preisverleihung: Sieben Tage hat man beim Sehen der Filme gelitten, geweint, gelacht und mit einem oder mehreren Helden bzw. Heldinnen mitgefiebert.

15 Preise verlieh man. Regisseur Anatol Schuster konnte sich gleich dreimal über Ehrungen freuen. Der new berlin film award in der Kategorie "Bester Spielfilm", dotiert mit einem Preisgeld von 2.000 Euro, ging an ihn für den Film "Frau Stern". Der new berlin film award in der Kategorie "Beste Schauspielerin", dotiert mit 750 Euro, gingen an Ahuva Sommerfeld und Kara Schröder. Trauer kam erneut auf bei der Preisverleihung im Kino Babylon in Berlin-Mitte. Mit fast 93 Jahren ist Ahuva Sommerfeld vor kurzem verstorben. An sie und ihr Lebenswerk erinnerte man in zahlreichen Reden an diesem Abend. Anatol Schuster wurde zum Dritten geehrt mit dem Preis des Verbandes der deutschen Filmkritik (VdFK). Dieser Preis ist undatiert. Die Begründung der VDFK-Jury lautete: "Autor und Regisseur Anatol Schuster bewegt sich in seinem zweiten Langfilm auf leichtfüßige Weise durch das heikle Themenfeld deutsch-jüdischer Befindlichkeit: Eine neunzigjährige Holocaust-Überlebende, die der Liebe wegen zurück nach Deutschland gezogen ist und nun ihrem Leben ein Ende setzen möchte. Mit Humor setzt sich der Film mit ernsten Themen wie Todeswunsch und Vorurteilen auseinander. Auf fast naive und spielerische Art nähern sich die verschiedenen Parteien. Schuster hat mit der kürzlich verstorbenen, zweiundneunzig Jahre alt gewordenen Ahuva Sommerfeld eine kongeniale Darstellerin gefunden, die die Komplexität und Widersprüche ihrer Figur authentisch verkörpert. Neben Sommerfeld ist Berlin die zweite Hauptfigur des Filmes. Berlin als Stadt in der Vergangenheit und Gegenwart durch das Zusammenleben verschiedener Kulturen und Generationen". Die beiden Regisseure und Drehbuchautoren Robert Bohrer und Emma Rosa Simon konnten sich über zwei Preise freuen. Ihr Film "Liebesfilm" erhielt den mit 1.500 Euro dotierten Preis in der Kategorie "Bestes Drehbuch" des new berlin film award. Der new berlin film award in der Kategorie "Beste Regie" wurde auch an Robert Bohrer und Emma Rosa Simon vergeben. Die Jury begründete diese Würdigung mit folgender Aussage: "Die Regiearbeit ist durch Echtheit, Gefühl und Intensität geprägt und schafft es, uns jede einzelne kleine Figur nahe zu bringen und sie glaubhaft ins Kino zu stellen. Selbst aus dem Bösewicht Gerdy Zint einen liebevollen Freund und Familienvater zu machen, der uns sehr beeindruckt hat, ist den beiden gelungen". Cineasten freuen sich schon jetzt auf das nächste Jahr. Zum 16. Mal wird dann das Filmfestival "achtung berlin - new berlin film award" 2020 alle Kinofreunde wieder vollauf begeistern.