Magazin CHEXX am Mittwoch, den 11. Dezember 2019
Frau Luna - Mondflug ab Rüdersdorf
Vor 50 Jahren betraten erstmals Menschen den Mond. Ohne die Hilfe der amerikanischen Raumfahrtagentur NASA kann man von Rüdersdorf auf den Mond fliegen. In 15562 Rüdersdorf bei Berlin wird in der Naturbühne am Wasser in der Heinitzstraße 11 "Frau Luna" aufgeführt. Die Operette "Frau Luna "schuf der Komponist Paul Lincke, der von 1866 bis 1946 gelebt hat. Die Uraufführung der "Frau Luna" fand 1899 in Berlin statt. Der Mechaniker Fritz Steppke (hier glänzt Christian Miebach) und seine Freunde, der Schneider Lämmermeier und Pannecke (Günter Rüdiger) besuchen mit einem wundersamen Fluggerät den Mond und treffen dort auf Frau Luna (Svenja Gabler), den Mondminister (Alexander G. Schäfer), Prinz Sternschnuppe (Alessandro Macri) sowie Stella (Sheida Damghani). Zum Entsetzen von Fritz Steppke, Lämmermeier und Pannecke trifft man auf dem Mond auch Frau Pusebach an. In dieser Rolle glänzt die bekannte Sängerin, Entertainerin und Rundfunkmoderatorin Regina Thoss. Auf Erden ist die robuste Witwe Pusebach Zimmervermieterin von Steppke und die Tante von Marie, die Steppke so sehr liebt und bald heiraten möchte. Der Witwer Pannecke weiß, dass die Witwe Frau Pusebach auf ihn ein Auge geworfen hat. Pannecke meint aber, als Witwer lebt man glücklicher als in der Rolle des zweiten Ehemannes von Frau Pusebach zu schlüpfen und unter ihrem strengen Regiment dienen zu müssen. "Frau Luna" bietet beste Operettenunterhaltung mit Berliner Mundart. Mit Gassenhauern, denn das Wort Hit war zu Lebzeiten von Paul Lincke unbekannt, kann Frau Luna aufwarten. Bis einschließlich 28. Juli findet täglich um 16 Uhr eine Aufführung in der Naturbühne in Rüdersdorf statt.

CHEXX sprach mit Günter Rüdiger, der den Pannecke darstellt. Man kennt Günter Rüdiger auch als Intendanten und künstlerischen Leiter des Zimmertheaters in Berlin-Steglitz. Er sagte im Pressegespräch: "Als mir der Regisseur Stephan Wapenhans die Rolle des Pannecke angeboten hatte, erfüllte mich das mit Freude und Stolz. Das hat zwei Ursachen. Zum einen tritt in der Rolle des Prinz Sternschnuppe der Kollege Alessandro Macri auf. Mit diesem Kollegen spielte ich 2009 zusammen bei den "Clingenburg Festspielen" im bayerischen Klingenberg am Main. Dort traten wir im "Sommernachtstraum" und bei "Lukas und Jim Knopf", wo ich den Lokomotivführer gespielt hatte, auf. Man freut sich immer, wenn man Weggefährten wiedertrifft. Zum Zweiten ist zu sagen, als Interpret von Liedern in Berliner Mundart bin ich ja bekannt. Nun kann ich im Freien diese Lieder darbieten. Es ist für einen Künstler ein gewaltiger Unterschied, ob man einen Auftritt im Theater oder in der Oper, also in einem geschlossenen Haus hat oder draußen in reiner Mutter Natur sozusagen. Man muss den Besucher viel mehr einfangen, viel mehr fesseln, denn ein auf dem Wasser vorbeifahrendes Boot beispielsweise kann den Zuschauer hier sehr schnell ablenken. Mutter Natur kann immer dazwischenfunken bei Aufführungen im Freien, sei es ein Regenschauer oder glühende Hitze. Die Gäste von Freilichtbühnen bereiten sich aber erfahrungsgemäß sehr gut auf ihre Besuche im Freilichttheater vor. Man packt einen Regenschirm ein, der notfalls auch als Sonnenschirm eingesetzt wird. Zahlreiche Gäste kommen auch mit selbstgebackenem Kuchen und Thermoskannen oder hausgemachtem Nudelsalat in Plastikschüsseln. In Rüdersdorf stehen ja an zahlreichen Plätzen dafür Tische bereit. Man macht sozusagen einen kulturellen Picknickausflug."

Wer Günter Rüdiger nach den Aufführungen in Rüdersdorf in seinem Zimmertheater in Steglitz erleben möchte, hat dazu am 1. September wieder Gelegenheit. Dann tritt Günter Rüdiger um 19 Uhr als Moderator der zahlreich auftretenden Künstler beim "Saisoneröffnungs-Mix" in der Bornstraße 17 in Steglitz auf.