Magazin CHEXX am Mittwoch, den 11. Dezember 2019
Weltkulturpreis Praemium Imperiale vergeben
Zum 31. Mal wird er nun schon vergeben, der von der traditionsreichen Japan Art Association 1989 gestiftete und als "Nobelpreis" der Künste gehandelte Praemium Imperiale - mit vollem Namen Weltkulturpreis zum Gedenken an Prinz Takamatsu. Eine elitäre Auszeichnung, die vom japanischen Kaiserhaus großzügig unterstützt wird und weltweit überaus begehrt ist. Und das nicht nur wegen der damit verbundenen jeweils 15 Millionen Yen (derzeit rund 126.00Euro). Für viele preisverwöhnte Künstler ist diese noble Auszeichnung eine ganz besondere Ehre, denn sie wird nur Auserwählten zuteil, die mit ihrem künstlerischen Lebenswerk einen außergewöhnlichen Beitrag zur kulturellen Entwicklung geleistet und die Welt mit ihrem künstlerischen Schaffen nachweislich bereichert haben. Das Fundament des Preises bildet zwar die klassische Hochkultur. Aber inzwischen öffnet sich die ehrwürdige Japan Art Association auch für moderne Genres und so erhielten inzwischen auch Musiker aus Jazz und Pop die begehrte Ehrung.

Seit über drei Jahrzehnten trifft die Japan Art Association jährlich die Auswahl der Preisträger, indem sie sich auf Vorschläge der sechs Nominierungskomitees in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und den USA stützt. Ausgezeichnet werden Lebenswerk, außergewöhnliches Talent, künstlerische Kraft und internationale Bedeutung. Der Praemium Imperiale wurde in der Zeit seines über 30-jährigen Bestehens bereits an 154 Künstler aus den Bereichen Malerei, Skulptur, Architektur, Musik und Theater/Film verliehen und zwar immer für das Lebenswerk. Darunter Claudio Abbado, Gerhard Richter, Pina Bausch, Christo, Anish Kapoor, Oscar Niemeyer, Leonard Bernstein, Daniel Barenboim, Sophia Loren oder Andrew Lloyd Webber.

Die Preisträger

Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts und internationaler Berater der Japan Art Association, gab in Berlin die diesjährigen Preisträger bekannt. In diesem Jahr kann sich auch eine deutsche Künstlerin über den renommierten Preis freuen: Anne-Sophie Mutter. Die 56-jährige zählt seit mehr als vier Jahrzehnten zu den weltweit bekanntesten Geigenvirtuosen und ist bereits Trägerin zahlreicher Auszeichnungen. Die Jury attestierte Mutter ein "tiefes Verständnis zeitgenössischer Musik". Ihr jüngstes Werk weise sie als "Königin der Violine" aus. Weiterhin betonte die Jury ihr soziales Engagement - Mutter fördert junge Musikerinnen und Musiker weltweit und ist in zahlreiche gemeinnützige Aktivitäten involviert. In der Kategorie Malerei erhält William Kentridge den begehrten Preis. Das Werk des Südafrikaners umfasst neben Malerei und Zeichnungen auch Skulpturen, Animation, Film, Opern- und Theater-Inszenierungen sowie Installationen und Performances, die er weit ausholend zu medial und szenisch opulenten Collagen zusammensetzt. In der Kategorie Architektur ging der Preis an das US-Duo Tod Williams und Billie Tsien, die seit 1977 zusammenarbeiten und weltweit zahlreiche Institute, Museen und Schulen entworfen haben. Die britisch-palästinensische Künstlerin Mona Hatoum erhält den Praemium Imperiale in der Kategorie Skulptur, für ihr Werk, dass ebenso stark von politischen Aussagen wie von poetischem Ausdruck geprägt ist. Der japanische Schauspieler Bando Tamasaburo gewann die Auszeichnung in der Kategorie Theater/Film. Tamasaburo befasst sich mit dem traditionellen japanischen Kabuki-Theater, ist aber auch Theater- und Filmregisseur.

Ergänzend zum Peaemium Imperiale wird jährlich auch der Nachwuchspreis für junge Künstler verliehen, der mit 5 Millionen Yen (derzeit rund 43.000 Euro) dotiert ist. Preisträger 2019 ist Démos, ein musikalisches Bildungsprogramm der Philharmonie de Paris. 2010 gegründet, bietet es Musikunterricht für Kinder aus sozialen Brennpunkten oder ländlichen Gebieten, in denen der Zugang zu klassischer Musik traditionell kaum gefördert wird. Die Kinder erhalten Musikinstrumente als Leihgabe, können drei Jahre lang kostenfreien Unterricht nehmen und werden zu Orchestern zusammengeführt.

Von Berliner Umschau übernommen