Magazin CHEXX am Donnerstag, den 04. Juni 2020
Premiere der Musikshow "Gesang der Trolle"
Wenn sich eine Gruppe schwarz gekleideter Musiker, Schauspieler und Komponisten mit einer Musik-Show der Trolle ankündigt, erwartet das Publikum kein herkömmliches Nummernprogramm im Musikbusiness, will auch nicht mit üblichen Hör- und Sehgewohnheiten des heutigen Showgeschäfts unterhalten werden. Trolle sind Sagengestalten der nordischen Mythologie, dämonische Fabelwesen in Gestalt von Zwergen und Riesen. Sie umgibt etwas mystisches, phantastisches, was die insgesamt sieben Mitglieder der Band "Ljodahått" mit ihrem Bandleader Magne Håvard Brekke meisterhaft auf die Bühne bringen. Sie haben sich ganz der norwegischen Poesie verschrieben und machen sie zu einem musikalischen Ereignis. Da werden sowohl alte wie auch zeitgenössische norwegische Gedichte vertont. Der Bogen spannt sich von der Edda mit altnordischen Götter- und Heldenliedern über Henrik Ibsen bis zu dem Lyriker Olav H.Hauge der Neuzeit. Tradition und Moderne werden vereint, in einer ganz besonderen Mischung unterschiedlicher Musikstile mit lauten und leisen Tönen. Die Texte sind voller Humor wie auch menschlicher Wärme. Die Band Ljodahått ist mit dem Gesang der Trolle schon weit herumgekommen. Wo auch immer, ob in Norwegen oder Deutschland, in Frankreich, England oder Indien - Sprachbarrieren hat es noch nie gegeben. Das hat auch sehr viel mit dem polyglotten Hintergrund dieser Band zu tun, deren Mitglieder nicht nur aus Norwegen, sondern aus mehreren europäischen Ländern kommen.

Musikkritiker meinen, dieser Sound der Band sei zwischen Indirockband und Schlagerpop sowie dem legendären Kanadischen Sänger und Songschreiber Leonard Cohen einzustufen. Aber wird diese Einstufung dem wilden Haufen mit dem Gesang der Trolle wirklich gerecht? Da ist schon eher der Tageszeitung aus Oslo Dagbladet zuzustimmen: "Der Gesang der Trolle klingt so, als würde Tom Waits auf norwegisch singen." Bandleader Brekke ist davon überzeugt, dass norwegisch einfach eine wahnsinnig musikalische Sprache sei. Damit macht das Norwegisch gewissermaßen dem Englischen Konkurrenz. Das Publikums im ausverkauften Haus hat die norwegischen Gesangstrolle auf Anhieb in ihr Herz geschlossen.

Weitere Auftritte von "Ljodahått - Gesang der Trolle" gibt es am 29. Februar und 1. März 2020 in der Bar jeder Vernunft, Schaperstraße 24, 10719 Berlin.