ISSN 2701-6757 | Magazin CHEXX am Donnerstag, den 29. Oktober 2020
Space Dogs
Vom 16. bis zum 20. September fand in Berlin und Brandenburg wieder "achtung berlin - new berlin film award", das traditionelle Filmfestival, statt. Bereits zum 16. Mal kamen die Cineasten auf ihre Kosten Dank dieses Filmfestivals. In acht Spielstätten wurden insgesamt 80 Filme gezeigt. Unter anderem konkurrierten 12 Spielfilme, elf Dokumentarfilme und 30 Kurz- und mittellange Filme um den "new berlin film award" in verschiedenen Kategorien. Die deutsch-österreichische Produktion "Dokumentation" "Space Dogs" lief auch im Rahmen dieses Filmfestivals. Die Regie und das Buch stammen von Elsa Kremser und Levin Peter. Kameramann ist Yunes Roy Imer. Jan Soldat und Stephan Bechinger waren für die Montage verantwortlich; für den Ton waren es Simon Peter sowie Jonathan Schorr.

Der Film stammt aus dem Jahre 2019. Seine Länge beträgt 95 Minuten. Hier steht Moskau im Vordergrund: eine dokumentarische und zugleich magische Erzählung über die Straßenhunde der Stadt, von ihrem Aufstieg in den Weltraum bis zum Leben am Erdboden. Alte Filmaufnahmen begeistern den Zuschauer genauso wie die brandaktuellen Kameraaufnahmen. Laika streunte einst durch die Straßen von Moskau. Man fing sie ein und bildete sie zur Kosmonautin aus. Nach ihrem Besuch im All 1957 kehrte sie als verglühte Asche auf den Erdboden zurück. Eine Sage teilt mit, dass Laika eigentlich gar nicht gestorben ist. Ihr Geist kam aus dem Universum auf die Straßen Moskaus zurück und streift bis heute da umher. Alle anderen Hunde in der russischen Hauptstadt, besonders die streunenden, geraten natürlich in Kontakt mit ihrer weltberühmten Artgenossin Laika. Die USA konnten seinerzeit nicht tatenlos zusehen, wie der Klassenfeind aus dem Land des Kommunismus das All erobert. Die USA bildeten Schimpansen aus. Nicht zum Kosmonauten, sondern zum Astronauten. Die Schimpansen Able und Miss Baker schossen die Amerikaner 1959 ins Weltall. Zumindest kamen die Tiere unversehrt auf die Erde zurück.

Der Film "Space Dogs" zeigt auch beeindruckende historische Filmaufnahmen aus dieser Zeit in Nordamerika. 2019 begleitete das Filmteam zwei Straßenhunde in Moskau. Wer den Eindruck gewinnt, hier haben Tiertrainer ihre Hände und Stimmen ins Spiel der Hundeleben gebracht, der irrt! In der Pressekonferenz in Berlin berichteten die Regisseure, dass man 13 Wochen lang die beiden Hunde begleitet hatte. Schon nach kurzer Zeit hatten sich die Vierbeiner an diese Menschen gewöhnt und ließen sie gewähren. Die "Liebe" zu den Hunden hatte man sich auch nicht erkauft mit Hundefutter. Die beiden Straßenhunde gingen ihren Alltagsgeschäften wie immer nach. Besonders interessant und belustigend ist, den Spieltrieb der Tiere zu erfahren. Sie haben durch ihre große Schlauheit mitbekommen, manche Autos verfügen über eine laut heulende Alarmanlage. Nichts ist schöner als diese parkenden Autos ausfindig zu machen. Dann ein bisschen an den Stoßstangen die Pfoten anzulegen, das Fahrzeug schön zu schaukeln- anschließend den Sound der Sirenen genießen zu dürfen. Natürlich ergreift man dann schnell die Flucht und hört sich das Konzert der Alarmanlage in sicherer Entfernung an. Brutale Szenen, so der Kampf um ein paar schäbige Hühnerknochen aus den Mülltonnen der Millionenstadt und das Jagen nach einer Katze, muss der Zuschauer in diesem Dokumentarfilm auch ertragen. Dieser beeindruckende Film zeigt ja nur die Wirklichkeit von auf der Straße lebenden Hunden. Es ist kein Hundemärchen wie "Susi und Strolch". Wollen herrenlose Tiere in den Städten, sei es Moskau, Paris, Berlin oder wo auch immer, überleben, müssen sie brutal sein. Nach dem Motto: "Ich komme zuerst". Die aktuellen Filmszenen aus dem Moskau des Jahres 2019 und das historische Filmmaterial aus den Archiven in der ehemaligen UdSSR und den USA machen diesen ganz großen Reiz von "Space Dogs" aus. Fazit: Absolut sehenswert! Seit 24. September läuft der Film in den deutschen Kinos.

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