ISSN 2701-6757 | Magazin CHEXX am Dienstag, den 18. Januar 2022
Russische Autoren und Komponisten
Aus Russland bzw. der ehemaligen UdSSR stammen zahlreiche Autoren und Komponisten, die Weltruf genießen. So stellt sich die Frage, welchen Stellenwert haben die Künstler aus Russland bzw. der früheren UdSSR heute für deutsche Kulturschaffende? Darüber sprach CHEXX mit Günter Rüdiger. Er ist Intendant und Künstlerischer Leiter des Zimmertheaters in Berlin-Steglitz.

CHEXX Wie oft sind Ihnen in Ihrem Künstlerleben die russischen Autoren und Komponisten begegnet?

Günter Rüdiger Da muss ich ehrlicherweise gestehen: Bevor Sie mir diese Frage gestellt hatten, war mir gar nicht bewusst, wie viele Bezugspunkte es in meiner künstlerischen Laufbahn zu russischen Schriftstellern und Komponisten gab. Ich drehe mal die eigene Lebenszeit fast vier Jahrzehnte zurück. Eine der frühen Begegnungen fand 1984 im legendären Berliner Rundfunksender RIAS statt. Dort wurden hochwertige Hörspiele produziert. Mit dem damaligen Schaubühnen-Ensemble nahm ich eine amerikanische Version von Anton Tschechows "Onkel Wanja" unter dem Titel "Onkel Winnie" auf. 1988 spielte ich die Titelrolle in Igor Strawinskys "Geschichte vom Soldaten". Diese Figur habe ich sehr gerne gespielt.

CHEXX Wie verhält es sich mit Aufführungen von russischen Autoren und Komponisten an Ihrem Haus in Berlin-Steglitz?

Günter Rüdiger Auch in unserem Zimmertheater Steglitz in der Bornstraße finden immer wieder russische Programmpunkte statt. Es gab bereits Aufführungen von Tschechows "Heiratsantrag" und "Der Bär". Eine meiner Pianistinnen stammt aus der Ukraine, da darf ich aber dann nicht "russisch" sagen und in meinem musikalischen Kabarett-Programm "Das Nachtgespenst" singe ich das Chanson "Stroganoff" von Friedrich Hollaender. Eine Zeile im Text lautet ja: "Das ist rrrussisch, echt rrrussisch - hei, hei". Der Sänger muss hier beachten, dass das "R" mehrfach zu rollen ist.

CHEXX Sie sprachen ja bereits an, dass Künstler aus Russland bzw. der ehemaligen Sowjetunion bei Ihnen auftreten. Wen kann man da noch erwähnen?

Günter Rüdiger Ein gern gesehener regelmäßiger Gast bei unseren Mix-Veranstaltungen und "Kleinkunst-Cocktails" ist der Konzertgitarrist Konstantin Popov aus Sankt Petersburg. Er tritt sehr oft als Bandmitglied der jiddischen Klezmerband "Shalom Haverim", die einst in Odessa gegründet wurde, bei uns auf. Für meine Solo-Auftritte außerhalb des Zimmertheaters arbeite ich außerdem mit einer russischen Konzertagentur zusammen. Man sieht also, wie vielfältig das russische Künstlerleben in der Bundeshauptstadt ist. Da kann auch noch erwähnt werden, dass es sogar kleiner Bühnen in Berlin gibt, die regelmäßig Stücke von russischen Autoren in deren Muttersprache aufführen. Bei in Russland geborenen Menschen und Sprachwissenschaftlern der russischen Sprache erfreuen sich diese Aufführungen in Originalversion sehr großer Beliebtheit.

Text und Foto von Volkert Neefi>

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