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Dr. Dieter Neuendorf, Foto von Volkert Neef
Im Abgeordnetenhaus von Berlin fand am 17. Dezember im Plenarsaal ein Themenabend "100 Jahre Reichsrätekongress" statt. Am historischen Ort wurde mit Vorträgen, Diskussionen und szenischen Inszenierungen an den Ersten Allgemeinen Kongress der Arbeiter- und Soldatenräte Deutschlands, der hier vom 16. bis 21. Dezember 1918 tagte, erinnert. Der Reichsrätekongress bahnte während der Revolution 1918 den Weg zur freien und demokratischen Wahl der Nationalversammlung. Er stellte damit die Weichen für die erste parlamentarische Demokratie in Deutschland. Der Reichsrätekongress steht damit am Beginn der ersten Demokratie auf deutschem Boden. Mit szenischen Inszenierungen, Vorträgen und einer Podiumsdiskussion wurde das historische Ereignis der Revolution von 1918 gewürdigt. Parlamentspräsident Ralf Wieland (SPD) betonte: "Die Revolution von 1918 war sehr wohl erfolgreich. Allerdings in einem längeren Zeithorizont. Mit Blick auf den Reichsrätekongress, der hier im Plenarsaal des Abgeordnetenhauses stattfand, lässt sich festhalten: Die Wiege der Weimarer Republik, die Wiege der ersten parlamentarischen Demokratie in Deutschland stand hier im heutigen Abgeordnetenhaus von Berlin. Das erfüllt mich durchaus mit Stolz." Die Theatergruppe "Kirschendieb & Perlensucher" sowie Reiner Hoffmann, Bundesvorsitzender des DGB und der Historiker und Philosoph Dr. phil. Axel Weipert kamen zu Wort. An der anschließenden Podiumsdiskussion zum Thema "Neue Perspektiven für die Demokratie" nahmen Prof. Dr. Gesine Schwan, Prof. Dr. Patricia Nanz, Apl. Prof. Dr. Alex Demirović, Prof. Dr. Paul Nolte sowie als Moderator Stephan-Andreas Casdorff ("Der Tagesspiegel") teil.

Aus dem Berliner Abgeordnetenhaus nahm unter anderem Dr. med. Dieter Neuendorf (AfD) an der Feierstunde teil. Der Facharzt für Dermatologie und Facharzt für Chirurgie aus Reinickendorf gehört seit 2016 dem Preußischen Landtag an. Wir fragten den Parlamentarier: "Was sagen Sie zu dieser Feierstunde im Preußischen Landtag?" Dr. Dieter Neuendorf erklärte: "Die Ausführungen von Frau Prof. Dr. Gesine Schwan möchte ich besonders hervorheben. Auch für mich ist klar, dass die Tendenz zur Aufhebung nationalstaatlicher Souveränität von einigen grenzenlos agierenden Unternehmen ausgenutzt wird. Mir hat an den Ausführungen von Frau Prof. Schwan auch sehr gefallen, dass sie auf das Problem, dass wir nicht global Demokratie aufbauen können, hingewiesen hat. Da zum Beispiel in der EU ein bürgerschaftliches Zusammengehörigkeitsgefühl nicht existiert, ergeben sich berechtigte Fragen bezüglich der Handlungsfähigkeit in einer immer komplizierter werdenden Welt. Frau Prof. Schwan forderte, dass Entscheidungen mehr auf lokale Einheiten, auf Kommunen verlagert werden sollten. Stichpunktartig wurden die zahlreichen Krisen der letzten Jahre erwähnt, die bei den Bürgern zu dem Gefühl einer immer geringeren Mitsprache bei wichtigen Entscheidungen geführt haben. Erwartungsgemäß gab es auch den Hinweis auf den "Rechtspopulismus". Der Historiker Herr Prof. Paul Nolte bezeichnete "reaktionär" mit "zum Reagieren gezwungen". Dies soll zu einer neuen Selbstversicherung führen. Er äußerte sich optimistisch, dass Parlamente trotz der zahlreichen Herausforderungen langfristig Bestand haben werden. So sehe ich das auch. Meine Partei wird im Bundestag, in den Landtagen und im Europaparlament sowie in Gemeindeparlamenten aktiv am parlamentarischen Leben teilnehmen."

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Marc Vorwerk
Marc Vorwerk ist einer der Hauptstadtfotografen in Berlin und stets ganz nah am Geschehen.
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