Magazin CHEXX am Sonntag, den 19. Mai 2019
58. Tegeler Gespräche
Der niederrheinische CDU-Politiker Günter Krings hat viele Ämter inne. Seit 2002 gehört er dem Deutschen Bundestag an. Er ist Bezirksvorsitzender seiner Partei am Niederrhein; seit 2013 ist er Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium. Im Jahre 2017 ernannte man Günter Krings zum "Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten." Beruflich ist der Parlamentarier seit 1998 als Rechtsanwalt tätig. Seine Ernennung zum Honorarprofessor erfolgte im Jahre 2010. Seit 2017 ist er auch Vorsitzender der NRW-Landesgruppe der CDU-Parlamentarier. Am 20. Februar trat der Staatssekretär als Referent bei den "58. Tegeler Gesprächen" auf. Der stellvertretende Kreisvorsitzende der Reinickendorfer CDU, der Bezirksverordnete Dirk Steffel, hatte diese Gesprächsreihe einst ins Leben gerufen. Einen Großteil seiner Ausführungen widmete der Parlamentarische Staatssekretär Krings im Bundesinnenministerium der Asylpolitik. Er riet zu mehr Sachlichkeit!

"Es stimmt natürlich nicht, dass alle Schutzsuchenden Akademiker sind. Aber es stimmt auch nicht, dass alle Schutzsuchenden Analphabeten sind." Immerhin sind 2 von 3 Zugewanderten in Arbeit. Oft müsse man nur das "passende Rad finden, an dem man drehen muss." Günter Krings konnte ein Beispiel aus seinem niederrheinischen Wahlkreis mitteilen. Ein Syrer hatte den Beruf des Tischlers erlernt. Als er nach Deutschland kam und hier eine Tischlerei betrat, traf er auf hochmoderne Maschinen an, die er als "echter Handwerker" vorher noch nie gesehen hatte in Syrien. Der Mann konnte besser mit dem ihm so sehr vertrauten Hobel umgehen, als seine deutschen Kollegen. Für einen hochmodernen Tischlereibetrieb konnte man ihn allerdings nicht einsetzen. Heute ist er bei einer Hausverwaltung als Hausmeister tätig und wird dort sehr geschätzt. Reparaturarbeiten an Fensterrahmen und im hölzernen Treppenhaus führt er ohne Hinzuziehung von Fachkräften selbst gut und schnell sowie sehr preiswert aus. "Wir haben nichts davon, wenn diese Leute sich hier nicht integrieren können. Wir fördern und wir fordern. Wir verlangen auch etwas, nämlich die deutsche Sprache zu erlernen."

Deutschland müsse sich vor der Weltgemeinschaft in Sachen "Hilfe für geflüchtete Menschen" keineswegs verstecken, so der CDU-Politiker. "Kaum einer weiß doch, dass Nordrhein-Westfalen mehr Asylbewerber aufgenommen hat als Italien. Berlin hat mehr Asylbewerber aufgenommen als Griechenland." Für die europäische Agentur zur Küsten- und Grenzkontrolle an den Außengrenzen der EU, der Frontex, forderte er deutlich mehr Personal. Da man auch den demographischen Wandel nicht verleugnen könne, komme es darauf an, die Flüchtlinge, die hier ihren Aufenthaltstitel erhalten haben, schnell zu integrieren. Günter Krings blickt da keineswegs pessimistisch in die Zukunft. Unter den Gästen traf man beispielsweise den ehemaligen Berliner Parlamentspräsidenten Reinhard Führer an. Er sprach von einem "begeisterten und sehr beindruckenden Vortrag, den man in Tegel erleben durfte." Tim Zeelen, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, sagte: "Herr Staatssekretär Krings ist ein allseits hochgeschätzter und anerkannter Kollege. Für mich ist er ein politisches Vorbild." Unter den Gästen traf man auch einen Gast außerhalb des politischen, parlamentarischen Lebens an. Rainer Wendt, seit 2007 Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft im Deutschen Beamtenbund, lauschte auch sehr aufmerksam dem mit viel Applaus verabschiedeten Günter Krings. Dirk Steffel freute sich, schon "den nächsten hochkarätigen Gast für das 59. Tegeler Gespräch am 8. Mai hier ankündigen zu dürfen. Herr Dr. Carsten Linnemann, CDU-Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU und Stellvertretender Fraktionsvorsitzender, wird uns Rede und Antwort stehen."