Magazin CHEXX am Freitag, den 24. Mai 2019
Gedenken zum Kriegsende am 8. Mai
Der grauenhafte Zweite Weltkrieg ging am 8. Mai 1945 zu Ende. Zumindest in Europa. In Fernost endeten die Kriegshandlungen erst am 2. September 1945. Zuvor gingen Anfang August im japanischen Hiroshima und Nagasaki noch Atombomben auf die wehrlose Bevölkerung hernieder. Diese beiden Atombombenabwürfe kostete rund 130.000 Menschen das Leben. Insgesamt starben im Zweiten Weltkrieg über 60 Millionen Menschen. 110 Millionen Soldaten aus über 60 Staaten nahmen am Zweiten Weltkrieg teil. Am 8. Mai 2019 fanden an vielen Stellen Gedenkfeiern aufgrund des Kriegsendes in Europa statt. Es gab auch eine Veranstaltung anlässlich des 74. Jahrestages der Beendigung des Zweiten Weltkrieges, ausgerichtet durch das Bezirksamt Berlin-Reinickendorf. Am Rathauspark legten Vertreter des Bezirksamtes und der Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf Kränze zum Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkrieges nieder. Die Patenkompanie des Bezirks Reinickendorf, die 7. Kompanie des Wachbataillons beim Bundesministerium der Verteidigung sowie ein Trompeter des Stabsmusikkorps der Bundeswehr unterstützten die Veranstaltung. Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU) betonte in seiner Rede: "Wir gedenken der 60 Millionen Toten und besonders den sechs Millionen ermordeten Juden, den ermordeten Sintis, den ermordeten Homosexuellen und all den vielen anderen Opfern". Frank Balzer wies darauf hin, dass auch heute "Rassismus auf leichten Boden fällt. Einfache Lösungen, egal ob sie von Links oder Rechts kommen, haben Probleme noch nie gelöst". Es gelte auch heute noch, dass alle Demokraten "gegen Hass und Intoleranz aufstehen" müssen. Im Pressegespräch teilte der Stellvertretende Bezirksbürgermeister und zuständige Bezirksstadtrat für Wirtschaft, Gesundheit, Integration und Soziales Uwe Brockhausen (SPD) mit: "Kurz vor den so wichtigen Wahlen zum Europaparlament müssen wir alle uns immer wieder an die Worte des damaligen Bundeskanzlers und Friedensnobelpreisträgers Willy Brandt erinnern. Willy Brandt sagte einst: Frieden ist nicht alles. Aber ohne Frieden ist alles nichts". Sebastian Maack (AfD) ist Bezirksstadtrat für Bürgerdienste und Ordnungsangelegenheiten. Er erklärte: "Der 8. Mai ist einer der komplexesten Gedenktage unserer Geschichte. Er steht gleichermaßen für Befreiung, aber auch für Kapitulation, für das Ende der Gräueltaten in den Konzentrationslagern, aber teilweise auch für deren Weiterbetrieb, für ein Ende der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten, aber auch für hunderttausende Morde und Vergewaltigungen der Siegermächte. Diesen Tag auf lediglich eine Seite der Medaille zu reduzieren, ganz egal auf welche, halte ich für einen unverantwortlichen Umgang mit unserer Geschichte. Nur wenn wir unsere Geschichte in ihrer ganzen Breite und Komplexität wahrnehmen und annehmen, haben wir die Chance, daraus zu lernen". Felix Lederle ist Fraktionsvorsitzender der Linken in der Bezirksverordnetenversammlung. Er betonte: "Der 8. Mai ist ein Tag der Mahnung vor Antisemitismus, Rassismus und Faschismus und steht gleichzeitig auch für Freiheit und für Demokratie. Das Gedenken am 8. Mai ist angesichts des gesellschaftlichen Rechtsrucks gerade in der heutigen Zeit wichtig und hochaktuell. Die Linke Berlin hat sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass der 8. Mai 2020 einmalig Feiertag in Berlin sein wird und wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass der 8. Mai in der Folgezeit ein zusätzlicher dauerhafter gesetzlicher Feiertag wird. Berlin hinkt mit Blick auf die durchschnittliche Anzahl der Feiertage in allen Bundesländern nach wie vor hinterher. Der 8. Mai ist eng mit Berlin verbunden und es gibt immer weniger Zeitzeugen, die aus erster Hand authentisch berichten können. Das Bezirksamt hat auch 2019 wieder eine würdige Gedenkveranstaltung beim Rathaus Reinickendorf organisiert".