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Fotos von Ronald Keusch
Die Urlaubsorte St. Moritz und Sils Maria im Süden der Schweiz. Als Garten des Inn wird das Engadin im Schweizer Kanton Graubünden bezeichnet. Von Zürich kommend, befördern die Rhätischen Bahnen von der Station Landquart den Reisenden bis in die berühmte Landschaft des Oberengadin. Hier liegen zwei so ganz unterschiedliche Orte eng beieinander: das sehr bekannte, mondäne und genussfreudige St. Moritz und das nur zehn Kilometer entfernte weniger bekannte, ländlich-ruhige beschauliche Sils Maria. Exemplarisch für die beiden Urlaubsorte stehen zwei Hotels.

Hotel Edelweiss in Sils Maria

Das Hotel Edelweiss gehört bei seiner Eröffnung im Jahr 1876 zu den allerersten Häusern, die im Oberengadiner Hochtal mitten in dem kleinen Ort Sils Maria Urlauber beherbergen. Auf einer Höhe von 1.800 Metern über dem Meeresspiegel zieht die Gäste die Natur und die Ruhe an. Der Ort zwischen dem Silser- und Silvaplaner See gelegen, umgeben von den schneebedeckten Gipfeln der Bernina-Gruppe, kredenzt seit jeher frische gesunde Bergluft.

Prominente deutsche Feriengäste

Foto von Ronald Keusch, Oktober 2015

In jenen Anfangsjahren kam regelmäßig Friedrich Nietzsche hierher ins Oberengadin, "der Einsiedler von Sils Maria", wie er sich selbst später bezeichnete. Er setzte damit eine Besucher-Tradition der schreibenden Zunft aus dem deutschen Sprachraum in Gang. Denn Nietzsche folgten später Hermann Hesse und Thomas Mann, Karl Kraus, Marcel Proust und Rainer Maria Rilke. Selbst Kurt Tucholsky machte dem Engadin seine Aufwartung, als er den Weltbühnen-Herausgeber und Freund Siegfried Jacobsohn bei seinem Kuraufenthalt besuchte. Gleich neben dem Hotel Edelweiss mit seiner florentinischen Fassade, das sich über viele Jahrzehnte als Treffpunkt von Philosophen und Schriftsteller empfiehlt, hatte Nietzsche, mit Hilfe von Verehrern im Ort ein bescheidenes Haus erworben. Heute ist hier ein Nietzsche-Museum eingerichtet.

Aber auch das Hotel Edelweiss selbst liefert interessante Rückblicke in die Geschichte. Ein Glanzstück ist der im Original erhaltene Jugendstil-Speisesaal aus der Gründerzeit, der Spuren weiterer Baustile zeigt wie einen neugotischen Stil mit Holz- und Glasmalereien, Tudor-Motive in Holz-Täfelungen oder spätklassizistisch gestaltete Geländer und Spiegel.

Konservativ und bewährt

Die Doppelzimmer und Suiten im Hotel Edelweiss sind im Engadiner Arvenholz-Stil eingerichtet. Das Holz der Zirbelkiefer, darauf schwören viele Stammgäste, soll ein angenehmes Raumklima verbreiten, die Herzfrequenz senken und für erholsamen Schlaf sorgen. Das Hotel hat sich insgesamt einem althergebrachten Stil verschrieben, der von dem überwiegenden Stamm-Publikum erwartet und honoriert wird. So steht ganz selbstverständlich neben jeder Hotelzimmertür eine Ablage für Wander- oder Skischuhe. Die Zimmertür wird ganz konventionell mit einem Schlüssel aufgeschlossen, an dem ein schon geformtes kleines glattes Holzstück hängt. Und der Safe im Zimmer besitzt einen normalen Safe-Schlüssel, der Gast muss keine Benutzungsanleitung studieren, die in den Hotels oft unterschiedlich ausfällt. Der Safe-Schlüssel kann einfach an den Zimmerschlüssel angehängt werden. So unkompliziert geht auch heute noch Hotelbetrieb.

Unendliche Ruhe im autofreien Fextal

Foto von Ronald Keusch, Oktober 2015

Die Gäste von Sils Maria sind, wie es scheint, wenig beeindruckt von den großen Namen. Sie genießen all das, was die Prominenten schon vor 150 Jahren hierher führte: Die unendliche Ruhe und die authentische Lebenskultur der Bauern im autofreien Fextal. Sie nutzen die vielen ebenen Wanderwege um die Seen und lassen sich mit dem Motorboot "Segl-Maria", das vier Mal täglich auf Tour ist, über die Silverplaner See bis zu dem Ort am Pass Majola schippen. Außerdem warten fast 600 Kilometer Wanderwege und Bergbahnen, die auf die Höhe der Dreitausender führen und einen herrlichen Ausblick auf die Oberengadiner Seenlandschaft und die Gipfel der Bernina-Gruppe erlauben.

Foto von Ronald Keusch, Oktober 2015

Konzerte in der Hochsaison

Die Touristen in Sils Maria passen sich schnell dem geruhsamen Tempo des Ortes an. Selbst eine vor einem Hotel startende Biker-Gruppe scheint sich die Ruhe verordnet zu haben. Die Mischung der Touristen vor Ort wird auch davon bestimmt, dass hier eine Jugendherberge und Pensionen mit einer Gemeinschaftsdusche auf dem Gang ihre Gäste empfangen. Exklusives Flair und weltmännische Nobelhotels sind hier vor den Toren von St. Moritz nicht zu finden. Dafür aber auch gediegene und feine Quartiere mit Tradition. Und wer vermutet, dass hier schon am frühen Abend die Bürgersteige hochgeklappt werden, der irrt. Zur Hochsaison im Sommer wie Winter finden nahezu täglich kleine Konzerte und literarische Abende statt. Auch das Hotel Edelweiss ist mit von der Partie. Im großen Jugendstil-Saal des Hotels wird zwei Mal pro Woche Klassik und Jazz gegeben.

Hotel Monopol in St. Moritz

Foto von Ronald Keusch, Oktober 2015

Auch das Hotel Monopol befindet sich mitten im Zentrum des Ortes - aber nicht im verträumten Sils Maria, sondern in der Fußgängerzone St. Moritz, wo fast alle Träume des Konsums auf ebenfalls 1.800 Meter Höhe wahr werden sollen. Dafür wollen in dem 5.000 Einwohner Ort rund 130 Shops, vor allem Designer- und Luxus-Boutiquen sowie 39 edle Hotels sorgen. In einem Uhren-Laden muss der Betrachter in der Auslage nicht lange suchen, um eine Armbanduhr für 22.500 Euro zu entdecken. Hier ist Höhensonne und frische Bergluft in Kombination mit Lifestyle und jeder Menge Luxuswaren angesagt. Doch dafür sind nicht nur solche legendären 5 Sterne Tempel wie das Palace zuständig, in dem viele Jahre Gunter Sachs in zwei Turm-Appartements logierte. Das Art Boutique Hotel Monopol avancierte in den letzten Jahren zum Lifestyle Preferred Hotel. Als einziges 4-Sterne Hotel öffnete es seine Pforten für junge zeitgenössische Künstler. So wird der Brite Marc Quinn mit seinen Skulpturen präsentiert und Robert Mars ist mit Arbeiten vertreten, die an das goldene Zeitalter amerikanischer Populärkultur erinnern.

Foto von Ronald Keusch, Oktober 2015

Kunst in Hotelzimmern

In den Gängen und den Zimmern des Art Boutique Hotels sind eine Vielzahl von hochwertigen Drucken zu sehen. Dabei sind in jeweils einer Etage mit seinen Gängen und Zimmern Nachdrucke von Werken berühmter Künstler geschmückt wie Picasso, Miro, Chagall, Giacometti und Dali. Ein besonderer Ausdruck für Eleganz und Klasse ist der in der obersten sechsten Etage eingerichtete Wellnessbereich Wellavista. Von den Ruheräumen der drei Saunen sowie von der Terrasse eröffnet sich ein grandioser Blick auf St. Moritz, seinen See und die Berge.

Foto von Ronald Keusch, Oktober 2015

Der schiefe Turm beugt sich

Nur wenige hundert Meter vom Monopol entfernt, wurde vor zehn Jahren die längste Rolltreppe der Schweiz hinunter zum See in Betrieb genommen. Ganz in ihrer Nähe steht der erst vor zwei Jahren restaurierte "schiefe Turm" von St. Moritz. Sein Name soll hier an der italienischen Sprach-Grenze - wie es heißt - ein wenig an den Namensvetter von Pisa erinnern. Einheimische Spötter jedoch behaupten, dass sich der Turm vor dem vielen Geld der reichen Gäste in St. Moritz beugt.

Foto von Ronald Keusch, Oktober 2015

Bei einem knapp einstündigen Spaziergang um den See kommt man auch am Waldhotel vorbei. Es hat in seiner berühmten Whisky-Bar einen besonderen Luxus zu bieten - ein Sortiment von 1.500 Whisky-Sorten.

Im Festsaal der Alpen

Foto von Ronald Keusch, Oktober 2015

Gern zeigt der Direktor des Monopol-Hotels Lucas Merckaert seinen Gästen den Blick von der Hotel-Terrasse auf das Panorama der Bergwelt. Manchmal nimmt er sich auch die Zeit, mit ihnen in die Standseil-Bahn zu steigen und zum Muottas Muragl hochzufahren. "Dort ist der einzige Viertausender der Ostalpen, der Piz Bernina" erläutert Merckaert und stellt begeistert die Frage:"Ist das ein Festsaal der Alpen?" Und die Gäste um ihn herum schauen beeindruckt auf mehr als zwei Dutzend Bergspitzen und den St. Moritzer See.

Foto von Ronald Keusch, Oktober 2015

Zum Saisonstart ab Mitte Dezember dieses Jahres ist einer der bekanntesten Ski-Orte der Welt für deutsche Bahnreisende noch schneller erreichbar. Zwei ICE-Züge fahren täglich von Frankfurt und Hamburg direkt bis nach Chur und Landquart - fast vor die Haustür von St. Moritz und Sils Maria.

Weitere Informationen findet man unter monopol.ch

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