Magazin CHEXX am Samstag, den 23. Februar 2019
Klingonen, die derart verschrumpelt aussehen, als hätten sie ihren Kopf zu lange in die Mikrowelle gehalten und Gewaltdarstellungen, die man in der Star Trek Reihe bislang vergeblich suchte, irritieren bei erster Sicht von "Star Trek: Discovery" doch sehr. Zehn Jahre vor den Ereignissen der klassischen Star Trek-Serie angesiedelt, schlägt "Star Trek: Discovery" ein neues Kapitel der Saga auf. Im Mittelpunkt steht Michael Burnham, einst eine der meist respektierten Offizierinnen der Sternenflotte. Als Vulkanierin erzogen, erfuhr Burnham früh, dass "alles Leben aus dem Chaos entsteht". Zwischen der Loyalität gegenüber ihrem Captain und ihrer Crew hin- und hergerissen, verweigert Burnham einen direkten Befehl und löst damit ungewollt einen Krieg mit dem klingonischen Imperium aus. Sie wird zu lebenslanger Haft verurteilt, bis Captain Gabriel Lorca sie für die USS Discovery rekrutiert. So beginnt der Auftakt einer dramatischen Odyssee, in deren Verlauf Burnham und ihre Kameraden auf ihre persönlichen Stärken angewiesen sind, um den Konflikt zu beenden. Doch die Charaktere der neuen Serie in ihren an steif gebügelte NASA-Overalls erinnernden Uniformen wollen nicht so recht überzeugen. Das, was den Star Trek Zuschauer bei früheren Serien zum Star Trek Fan machte, ist nicht mehr zu erkennen. Die liebevollen Details, die diese Serie stets auszeichnete, fehlen. Der Spirit dieser eigentlich wunderbaren Reihe scheint noch in den unendlichen Weiten des Weltraums unterwegs, oder im Spiegel-Universum verschollen. Die Optik von "Star Trek: Discovery" wiederum ist opulent und wäre jeder Kinoleinwand würdig. Auch die eher aggressiven, düsteren über mehrere Folgen gehenden Geschichten sind durchaus interessant und überraschend. Dennoch, "Trekkies" werden eher enttäuscht, Science-Fiction-Freunde erfreut sein. Nach jahrelanger Pause ist Star Trek nun wieder mit einer neuen Serie zurück und diese ist ab sofort auf Blu-ray erhältlich. Qapla’!