Magazin CHEXX am Donnerstag, den 20. Juni 2019
Tinto Brass hat mit dem visuell beeindruckenden "Salon Kitty" bereits drei Jahre vor "Caligula" ein vergleichbar pompöses Meisterwerk über perverse Machtmechanismen inszeniert, welches heute zu den größten Skandalfilmen der 70er Jahre zählt. Inspiriert von den Ereignissen in der Berliner Giesebrechtstraße der 40er Jahre bietet "Salon Kitty" neben pikanten Sex-Szenen außerdem prunkvolle Kulissen des Star-Setdesigners Ken Adam und mit Helmut Berger an der Spitze auch ein überragendes Schauspieler-Ensemble. Berlin 1939: Die unschuldige Gründerzeitfassade des geheimnisumwitterten Charlottenburger Edelbordells umgibt eins der bestgehütetsten Geheimnisse der Nazizeit. Hinter den schweren Samtvorhängen des rauchgeschwängerten Salons von Kitty Kellermann (Ingrid Thulin) verführen die heißesten Prostituierten des Reiches bei geschmackvoller Musik und reichlich Champagner mit lasziven Posen und Tänzen zahllose Diplomaten, Militärs, Politiker und andere einflussreiche Persönlichkeiten der damaligen Zeit. SS-Offizier Wallenberg (Helmut Berger) wird mit dem perfiden Plan, einige Damen seiner Wahl zum Spionage-Freudendienst abzustellen, beauftragt. Er lässt das gesamte Bordell verwanzen, so dass den Augen und Ohren der SS fortan kein Detail des animalischen Treibens mehr entgeht. Die gewonnenen Informationen sind allerdings so brisant, dass sie Wallenberg selbst bald zur Gefahr werden. Die Original-Kinofassung von "Salon Kitty" ist ab sofort auf DVD und Blu-ray erhältlich.