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. veröffentlicht unter Umwelt
Claudia Be
Die Berliner Umweltbehörde verweigerte die Genehmigung für einen Tierversuch an Nachtigallen. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche spricht von einem mutigen Schritt und enthüllt jetzt , dass die Forscherin Daniela Vallentin seit Jahren leidvolle Tierversuche an Affen und Zebrafinken vornimmt, die der reinen Grundlagenforschung zuzuordnen sind. Das Autismus-Argument ist nach Aussage des Ärztevereins nur vorgeschoben, um ihre Neugier-Forschung zu rechtfertigen.

Der Verein Ärzte gegen Tierversuche gratuliert der Berliner Umweltbehörde zu ihrem Schritt, den Antrag auf die "Entnahme" von Nachtigallen aus Berliner Parks zu verweigern. Laut Recherchen des Verbands liegt die Ablehnungsquote von Tierversuchsanträgen bundesweit bei unter einem Prozent. "Es ist äußerst erfreulich und mutig, wenn eine Behörde einmal einen Antrag ablehnt", kommentiert Dr. Corina Gericke, Vizevorsitzende von Ärzte gegen Tierversuche. In diesem Fall war es noch nicht einmal das Landesamt für Gesundheit und Soziales, das für die Genehmigung von Tierversuchen zuständig ist, sondern die Umweltbehörde, die aus Artenschutzgründen den Fang von geschützten Wildtieren verweigert hat.

Bei der öffentlichen Debatte ging es bisher nur um die Wildfänge, nicht aber um das bevorstehende Leid der Nachtigallen. In den Medien behauptet die Forscherin, die Eingriffe seien schmerzfrei und würden die Tiere nicht beeinträchtigen. Als "dreiste Lüge und Schönfärberei" bezeichnet Tierärztin Gericke die Behauptung. Im Gehirn gibt es zwar keine Schmerzrezeptoren, aber allein das Handling von Wildvögeln - wobei auch gezüchtete Nachtigallen Wildtiere sind - das Bohren des Lochs, das Einlassen der Elektroden mit einem Motor, verursachen immensen Stress bei den Tieren.

Welches Leid die Vögel erwartet, lassen die Publikationen der Forscherin Vallentin erahnen. An der Universität Tübingen hat sie Hirnversuche an Rhesusaffen vorgenommen, die seit Jahren in der Kritik von Öffentlichkeit und Behörden stehen. Die Tiere werden durch Durst gezwungen, stundenlang mit angeschraubtem Kopf in einem Primatenstuhl sitzend an einem Bildschirm Aufgaben zu erfüllen, während Elektroden in ihrem Kopf Hirnströme messen. In New York hat Vallentin ähnliche Experimente an Zebrafinken zu verantworten. Den Vögeln wird ein Loch in den Kopf gebohrt, um Elektroden mit einem auf dem Kopf montierten Antriebsgerät in das Hirngewebe einzulassen. Eine Stahlplatte wird mit Zahnzement auf den Schädel befestigt, an der der Kopf des Tieres fixiert wird. Dann wird vor dem männlichen Fink ein Weibchen hinter einer Glasscheibe präsentiert, um ihn zum Singen zu animieren. In anderen Versuchen werden Zebrafinken durch beidseitiges Ausbohren der Hörschnecke ertaubt oder durch Zerschneiden des Stimmnervs stumm gemacht. In einigen Artikeln ist auch eine Tötung der Vögel erwähnt.

"Die bisherigen Veröffentlichungen der Forscherin machen deutlich, dass es ihr um reine wissenschaftliche Neugier auf Kosten von fühlenden Lebewesen geht. Dass sie angeblich auf Erkenntnisse für autistische Kinder hofft, wie es in den Medien heißt, ist nur vorgeschoben, um die absurden und qualvollen Versuche in der Öffentlichkeit hoffähig zu machen", ist sich Gericke sicher. Außerdem stehen mit modernen Methoden wie bildgebenden Verfahren, Patientenstudien, Computersimulation und Minigehirnen viel effektivere Forschungsmittel zur Verfügung, die den autistischen Mensch im Fokus haben und nicht Wildvögel.

Weitere Informationen

Die beiden zuerst genannten Quellen zu Versuchen an Affen sind in der Datenbank Tierversuche unter der ID 4511 und 3828 zu finden. Die Versuche an Finken wurden in den USA durchgeführt und sind daher nicht in der Datenbank.

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